Strahlender Sonnenschein, Blumen
blühen. Ein Junge springt Seil, während eine Gruppe von drei
Mädchen miteinander spricht, spricht und lacht. Unbesorgt, frei.
Es wird dunkel, nur ein einziges Licht
erhellt den Raum. Ein Kalender hängt an der Wand, wie von
Geisterhand vergehen die Monate, Tag für Tag, Blatt für Blatt.
Abgerissene Tage häufen sich auf dem
Boden wie Laub. Vergangene Erinnerungen. Vergilbtes Papier.
Nun sitzt die Mädchengruppe auf einer
Skaterbahn, der Himmel ist so grau wie der vor Hitze flimmernde
Asphalt. Ihre Gesichter sind blass, eine Zigarette wird
herumgereicht- an ihr gezogen als hänge das Leben davon ab.
Nebel verschleiert die Szene, als er
sich lichtet, sind die Mädchen fort.
Der Platz ist überschwemmt; in dem
seichten Wasser schwimmen Fotos voll lächelnder Gesichter, sie gehen
unter, schwer vor Erinnerungen, schwer wie Blei.
Ein stürmischer Herbsttag, eines der
Mädchen, nun eine Frau, sitzt am Schreibtisch. Papierstapel, Stifte,
Akten, Stress.
Das Fenster klappert, Wind weht hinein.
Immer mehr, immer stärker, drängender.
Ein Zeitungsartikel segelt auf den
Boden, die Frau seufzt, bückt sich, hebt ihn auf und erstarrt. Ihre
Glieder gefrieren zu Eis, Kälte kriecht ihr in die Knochen. Dann
wird alles weich, sie sinkt auf den Boden, Tränen benetzen das alte
Papier. Gesichter verschwimmen, Augenblicke des Lebens, die im Tod
wertlos erscheinen.
Die Frau schluchzt, zerknüllt das
Papier. Wie kann sie noch leben, wo die anderen beiden tot sind?
Die Welt verdunkelt sich, überall
ticken Uhren, schneller, lauter und lauter.
Keine Erinnerungen mehr, nur
unbedeutende Momente.
Eine alte Frau sitzt an einem
gefrorenen See, alles ist still.
Sie schließt die Augen- und schläft
ein.

Diese kleine Geschichte habe ich schon vor einigen Monaten geschrieben, aber ich mag sie immer noch sehr gerne.
Danke für die lieben Kommentare und das Follower sein :D
Be <3
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